Freitag, 17. Februar 2017
worte verschenken
Wirf deine Angst
in die Luft
Bald
ist deine Zeit um
bald
wächst der Himmel
unter dem Gras
fallen deine Träume
ins Nirgends
Noch
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken
noch bist du da
Sei was du bist
Gib was du hast
Rose Ausländer
Freitag, 10. Februar 2017
februarfrühling
Die Bäume im Ofen lodern
Die Vögel locken am Grill
Die Sonnenschirme vermodern
Im Übrigen ist es still
Es stecken die Spargel aus Dosen
Die zarten Köpfchen hervor
Bunt ranken sich künstliche Rosen
in Faschingsgirlanden empor
Ein Etwas, wie Glockenklingen
Den Oberkellner bewegt
Mir tausend Eier zu bringen
Von Osterstören gelegt
Ein süsser Duft von Havanna
Verweht in ringelnder Spur
Ich fühle an meiner Susanna
Erwachende neue Natur
Es lohnt sich manchmal, zu lieben
Was kommt, nicht ist oder war
Ein Frühlingsgedicht, geschrieben
Im kältesten Februar
Joachim Ringelnatz
Freitag, 3. Februar 2017
fenster zum hund
Nachts geht der Hund über die Strasse.
Spaziert. Beide Augen sehen.
Weisst du, sagt ein Fenster zum Hund, mal hast du
die Geschichte Wau erzählt.
In der Nacht eine gute Geschichte.
Und du hast, das weiss ich,
etwas für dich behalten.
Günter Bruno Fuchs
Dienstag, 31. Januar 2017
leichte federn
Mein Junge hat leichte Federn
und eine heitere Stimme,
in den Augen meine vergeudeten
Jahre. Reine Liebe will ich ihm geben.
So gewinnt das Herz seine Fülle,
so lehrt uns Liebe das Wahre.
Über leichte Federn – bewahre –
will ich kein Urteil fällen.
Sandro Penno
Dienstag, 24. Januar 2017
rauhreif
Ich höre viele Worte.
Ich sehe eine Menge Leute.
Sie alle sagen, man muss Unaufrichtigkeit von
Aufrichtigkeit unterscheiden, das Sichtbare vom Wesen,
die Absicht von der Verwirklichung, die Sorge um
sich selbst von der Sorge um alle anderen...
Aber jetzt ist Winter.
Die Worte wie die Menschen und alles ringsum
bedeckt Rauhreif.
Und die toten Bäume unterscheiden sich nicht
von den lebenden.
Ales Rasanaû
Donnerstag, 19. Januar 2017
winter erratum
Ich erinnere mich
wie wir Schaum schlugen
weiss wie Schnee
und Schicht für Schicht
die Vergangenheit räumten
bis der Winter leer war
hatten wir alle Hände voll zu tun
bis dahin hiess es
das Gesicht zu wahren
und das Wort zu erraten
einer hatte immer
am Feuer zu wachen im Sturm
und der andere war immer
der Salamander
Angelika Stallhofer
Donnerstag, 12. Januar 2017
Abonnieren
Posts (Atom)









