Mittwoch, 22. Februar 2017

Freitag, 17. Februar 2017

leonard cohen

i'm your man

a rose is a rose


worte verschenken

Wirf deine Angst
in die Luft

Bald
ist deine Zeit um
bald
wächst der Himmel
unter dem Gras
fallen deine Träume
ins Nirgends

Noch 
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken
noch bist du da

Sei was du bist
Gib was du hast

Rose Ausländer 

dennoch rosen


Freitag, 10. Februar 2017

februarfrühling

Die Bäume im Ofen lodern
Die Vögel locken am Grill
Die Sonnenschirme vermodern
Im Übrigen ist es still

Es stecken die Spargel aus Dosen
Die zarten Köpfchen hervor
Bunt ranken sich künstliche Rosen
in Faschingsgirlanden empor

Ein Etwas, wie Glockenklingen
Den Oberkellner bewegt
Mir tausend Eier zu bringen
Von Osterstören gelegt

Ein süsser Duft von Havanna
Verweht in ringelnder Spur
Ich fühle an meiner Susanna
Erwachende neue Natur

Es lohnt sich manchmal, zu lieben
Was kommt, nicht ist oder war
Ein Frühlingsgedicht, geschrieben
Im kältesten Februar

Joachim Ringelnatz

Freitag, 3. Februar 2017

fenster zum hund

Nachts geht der Hund über die Strasse.
Spaziert. Beide Augen sehen.
Weisst du, sagt ein Fenster zum Hund, mal hast du
die Geschichte Wau erzählt.
In der Nacht eine gute Geschichte.
Und du hast, das weiss ich,
etwas für dich behalten.

Günter Bruno Fuchs

Dienstag, 31. Januar 2017

leichte federn

Mein Junge hat leichte Federn
und eine heitere Stimme,
in den Augen meine vergeudeten
Jahre. Reine Liebe will ich ihm geben.

So gewinnt das Herz seine Fülle,
so lehrt uns Liebe das Wahre.
Über leichte Federn – bewahre –
will ich kein Urteil fällen.

Sandro Penno

Dienstag, 24. Januar 2017


rauhreif

Ich höre viele Worte.
Ich sehe eine Menge Leute.
Sie alle sagen, man muss Unaufrichtigkeit von
Aufrichtigkeit unterscheiden, das Sichtbare vom Wesen,
die Absicht von der Verwirklichung, die Sorge um
sich selbst von der Sorge um alle anderen...

Aber jetzt ist Winter.
Die Worte wie die Menschen und alles ringsum
bedeckt Rauhreif.
Und die toten Bäume unterscheiden sich nicht
von den lebenden.

Ales Rasanaû

Donnerstag, 19. Januar 2017


winter erratum

Ich erinnere mich
wie wir Schaum schlugen
weiss wie Schnee
und Schicht für Schicht
die Vergangenheit räumten
bis der Winter leer war
hatten wir alle Hände voll zu tun
bis dahin hiess es
das Gesicht zu wahren
und das Wort zu erraten
einer hatte immer
am Feuer zu wachen im Sturm
und der andere war immer
der Salamander

Angelika Stallhofer

Donnerstag, 12. Januar 2017