Mittwoch, 10. Oktober 2012

nicht die traurigkeit


Es ist nicht die Traurigkeit, durch die wir das Leben als
unnütz
oder zu uns gehörend betrachten, wenn wir noch lange
zu gehen haben, unabänderlich.
Dort der Berg, hier die gläsern erstarrte Stadt,
oder es ist nur der Widerschein der grossen Sonne,
die aus der Ferne eine
Antwort
verlangt für die Lippen, die das Leben leben
oder sich erinnern.
Die Erhabenheit des Gedächtnisses, Luft ist sie
früher oder später. Seufzer sind die Taten.
Vorhang aus gelber Seide,
ein Hauch bewegt ihn, ein Licht löscht ihn aus.

Vicente Aleixandre
(gefunden in: Geschichte des Herzens, Coron Verlag)